Der andere Blickwinkel - die JUNGEN in der CDU-Fraktion
Dück ist über das Jugendparlament zur politischen Arbeit gekommen, und das eint ihn mit zwei weiteren Fraktionskollegen, die zu seiner Altersklasse gehören: Patrick Miles (22) und Demokrat Ramadani (23). Die drei sind gewissermaßen die junge Garde der CDU-Fraktion, die den Altersschnitt auch gehörig auf unter 50 gedrückt haben. Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten: Alle drei studieren in Bielefeld, Dück Wirtschaftsinformatik, Miles Politikwissenschaft und Ramadani Jura und Politikwissenschaft.
Alle drei waren zuvor Mitglied der Jungen Union, und alle drei sind derzeit auch im »Team Linnemann«. Der CDU-Kandidat sei glaubwürdig, integer und setze sich im Bund für kommunale Belange ein, sagen Dück, Miles und Ramadani.
Eigene Vorstellungen in die Politik einbringen und für ihre Umsetzung kämpfen, das ist bei allen drei die Triebfeder ihres Engagements. Der Bürgerpark auf dem Gelände des heutigen Sportparks am Ölbach ist ein recht konkretes Ziel. Patrick Miles möchte gerne in der Schullandschaft etwas verändern.
Er will sich dafür einsetzen, dass Gesamtschule und Gymnasium in Schloß Holte-Stukenbrock künftig ein verlässliches und sicheres System bilden. Ramadani denkt visionär: Schloß Holte-Stukenbrock soll ein Paradebeispiel für lebendige Kommunalpolitik mit hohem Bürgerengagement werden. Er möchte das Desinteresse der Menschen an Politik überwinden und träumt von hohen Wahlbeteiligungen.
Kann es nicht demotivierend sein, wenn man dann in den politischen Gremien möglicherweise ausgebremst wird? »Nein«, sagt Patrick Miles. »Man wird vom politischen Realismus eingeholt«, räumt er ein, doch sei es gut, die Mechanismen kennenzulernen:
Entscheidungswege, Kostenanalysen. Dadurch werde man besser in die Lage versetzt, seine Vorstellungen umzusetzen. Das gelegentliche Vorpreschen in einer Angelegenheit sei aber auch gerade das, was in der Fraktionsarbeit wichtig sei, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Klaus Dirks.
»Die jungen Leute bringen einen dazu, Themen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten oder überhaupt über andere Themen zu sprechen.« Das sei befruchtend und gelegentlich sicher auch ansprechend. Altbewährtes werde in Frage gestellt, Unumstrittenes plötzlich hinterfragt.
»Wir wollen zeigen, dass wir von der Altersstruktur her breit aufgestellt und auch für junge Leute interessant sind«, betont Dirks. Seine Partei ist auf die jungen Leute schon zugegangen, als sie noch im Jugendparlament aktiv waren, ein Umstand, der auch von den Dreien als positiv gewertet wird. Das war für Demokrat Ramadani ausschlaggebend, sich dieser und nicht einer anderen Partei anzuschließen. »Ich habe mich lange nicht festgelegt, dann jedoch festgestellt, dass die CDU am Ort sich wirklich um die Menschen kümmert.«
Eine hohe Übereinstimmung der eigenen Standpunkte mit denen der CDU kommt bei den drei Jungpolitikern hinzu, eine Mitgliedschaft war verpflichtend, um in der Fraktion mitarbeiten zu dürfen. Für alle drei steht das Engagement im Vordergrund, nicht die politische Karriere. Deshalb hat keiner von ihnen bislang davon geträumt, vielleicht einmal Bürgermeister zu werden. Aber das kann ja noch kommen.