"Aktuelle Stunde" mit MdB Dr. Carsten Linnemann

»Stadt ist kein Verschiebebahnhof«

Bundestagsabgeordneter Carsten Linnemann bekennt sich zu Schloß Holte-Stukenbrock

Schloß Holte Stukenbrock(kl). Mehr als 60 Zuhörer waren am Freitagabend der Einladung des CDU-Stadtverbandes zu einer »aktuellen Stunde« in den Gasthof Zur Post gefolgt. Als Gast begrüßte Stadtverbandsvorsitzender Klaus Dirks den heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann.

Einmal im Quartal will die CDU künftig solche Themenabende veranstalten, sagte Dirks. Sie sollen die monatlichen sonntäglichen politischen Frühschoppen ablösen, die vom Termin her nicht besonders familienfreundlich seien. Ferner will der Stadtverband für interessierte Bürger Gesprächskreise beispielsweise zu kommunalpolitischen Themen anbieten.

An Carsten Linnemann gewandt sagte Dirks, er hoffe, dass dieser auch in der nächsten Wahlperiode der für die Stadt zuständige Bundestagsabgeordnete sei. Aktuell ist geplant, Schloß Holte Stukenbrock und Verl dem Wahlkreis Lippe zuzuordnen, weil die Einwohnerzahl im Wahlkreis Paderborn zu stark angestiegen ist. Bereits im Vorfeld der vergangen Bundestagswahl waren diese Veränderungen im Gespräch, wurden jedoch auf den Protest der Schloß Holte-Stukenbrocker hin nicht umgesetzt. Dieser Protest ist auch jetzt garantiert. »Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und Argumenten dagegen kämpfen«, sagte Dirks. Den Gast aus Berlin lobte er als engagiert und zukunftsgerichtet, stringent und geradlinig. Linnemann sei nicht immer bequem, bleibe dadurch aber erkennbar.

Er sei überzeugt, dass er bei der nächsten Bundestagswahl erneut auch in Schloß Holte-Stukenbrock antreten werde, erwiderte Linnemann. Die Bevölkerungszahlen hätten sich nach seinen Erkenntnissen auch nicht signifikant geändert, so dass es durchaus vertretbar sei, die Wahlkreise so zu belassen wie bisher. »Schloß Holte-Stukenbrock ist kein Verschiebebahnhof. Sie werden in einem Wahlkreis bleiben, in dem Fußballbundesliga gespielt wird.«

Im Verlauf seines rund halbstündigen Vortrags streifte Carsten Linnemann anschließend sämtliche aktuellen innen- und außenpolitischen Themen, von der Griechenland-Krise über die kalte Progression bis hin zur erneut aufgeflammten Diskussion über die Abschaffung des Soli. Insbesondere in Sachen Griechenland-Hilfe machte er seinem Ruf der unbequemen Haltung alle Ehre, weil er in diesem Punkt nicht der Fraktionslinie folgt, eine Haltung, für die er in Schloß Holte-Stukenbrock viel Zustimmung erntete.

Foto und Text Westfalenblatt 2015-03-09