Aschermittwoch der CDU-Senioren-Union mit Christa Thoben

Bild und Text Westfalen-Blatt / Bernd Steinbacher

»Für Veränderung begeistern«

Politischer Aschermittwoch: Christa Thoben vor der Senioren-Union

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Statt heftiger Angriffe auf den politischen Gegner, wie das am Aschermittwoch üblich ist, hat Christa Thoben gestern für bürgerschaftliches Engagement geworben.

 

Von Bernd Steinbacher

Zum mittlerweile 4. Politischen Aschermittwoch der Senioren-Union haben sich mehr als 40 Interessierte im Schlosskrug eingefunden. Sie hören zu, wie Christa Thoben, stellvertretende Bundesvorsitzende der Senioren-Union, für »Veränderungen begeistern« will. Es gebe viele Veränderungen, und viele der Antworten darauf seien vorläufig. »Wir alle machen Fehler.« Über diese Fehler müsse aber geredet werden, sonst klappe nichts. Als Beispiel für gesellschaftliche Veränderung nennt die ehemalige Senatorin und Ex-Ministerin die Großfamilie. Dieses Modell funktioniere kaum noch. Andere Modelle des Zusammenlebens werden damit wichtiger. Wenn die eigenen Enkel weit entfernt leben, könnten sich doch die Großeltern als Leihoma und Leihopa engagieren, um junge Familien zu entlasten. Im Arnsberger Rathaus gebe es beispielsweise die Möglichkeit, dass Mütter, die einkaufen gehen wollen, dort für ein oder zwei Stunden »Kinderwagen und Kind« loswerden können.

Bei älteren Menschen, die allein nicht mehr können, sei die Hilfe auch von fitten Älteren gefordert. So könne es doch Lesepaten nicht nur für Schüler, sondern auch für die Älteren geben.

Wenn durch den Einzelhandel in ländlichen Gebieten die Versorgung nicht mehr aufrecht erhalten wird, »müssen andere Modelle her, die es andernorts schon gibt«. Sie nennt kleine Genossenschaften, Bürgerläden, mobilie Einkaufswagen. Die Frage engagierter Bürger müsse sein: »Was können wir vor Ort lösen?«

»Ohne bürgerschaftliches Engagement kann es keinen Zusammenhalt in der Gesellschaft geben«, führt Christa Thoben zur Theorie aus, um wenig später einen Praxistipp zu geben. »Man darf nicht im Sessel sitzenbleiben und sagen ›Macht mal‹.« Die Lösung sei nicht, wie in Städten weit verbreitet, »beim Amt einen Antrag zu stellen«. Abschließend macht sie noch einmal Mut: Eigenverantwortung und Engagement sind auch deshalb wichtig, weil die »Erfahrung der Senioren nicht nur brauchbar, sondern unverzichtbar sind«.

Die Senioren-Union Schloß Holte-Stukenbrock hat derzeit 145 Mitglieder. Ziel des Vorsitzenden Dr. Siegfried Kosubek ist es, in diesem Jahr die 150-Mitglieder-Marke zu knacken. Dazu will er noch mehr für eine Beteiligung in der Senioren-Union werben.