Rote Fahne
„Rote Fahne“
Seit Jahrzehnten ist der Obelisk mit dem orthodoxen Kreuz an der Spitze ein Symbol der Erinnerung und der Mahnung.
Nunmehr soll dem Obelisken, der vor Jahrzehnten mit Einverständnis aller Interessengruppen seine heutige Gestaltung erfahren hat, auf Intervention einiger weniger politisch motivierter Gruppierungen, denen es primär gar nicht um den Dankmalschutzgedanken geht, ein politisch höchst fragwürdiges Symbol – nämlich die Rote Fahne – verpasst und aufgesetzt werden.
Erneut hat die Landesregierung NRW Vertreter unserer Stadt nicht in die Gespräche eingebunden, ja - die Stadt , die auch die Funktion einer unteren Denkmalschutzbehörde hat, ist noch nicht mal offiziell über das Abstimmungsgespräch zum Thema „Rote Fahne“ am 07.11.2013 in Düsseldorf informiert worden. Fachlich begründete Bedenken u.a. des Fördervereins STALAG sowie die ablehnende Haltung vieler Menschen hier vor Ort und auch Betroffener aus der früheren Sowjetunion werden bewusst nicht zur Kenntnis genommen. Dies so zu praktizieren, ist mehr als unklug!
Bei dem Abstimmungsgespräch in Düsseldorf ging es dem Vernehmen nach nicht mehr um die Frage, ob die Rote Fahne auf den Friedhof kommt, sondern nur wie und in welcher Gestaltung. Die Entscheidung ist wohl längst hinter den Kulissen gefallen.
Vor welchen Interessengruppen ist man in die Knie gegangen? Wer übt auf wen Druck aus und mit welchen Mitteln? Warum bindet man die Stadt, auf deren Hoheitsgebiet der Ehrenfriedhof liegt, nicht in die Gespräche ein? Ist man ein einer ausgewogenen Meinungsfindung nicht interessiert? Es gibt noch viele unbeantwortete Fragen.
Wir erheben erneut den Vorwurf, dass unser Bundesland eher die politisch motivierten Interessen weniger ausländischer und nicht am Ort ansässiger inländischer Gruppierungen mit zum Teil marxistisch-kommunistischen Hintergrund vertritt, als die berechtigten Interessen vieler Betroffener und auch der Menschen hier vor Ort.
Das von der Rot-Grünen Landesregierung fadenscheinig so hoch gehaltene Prinzip der regionalen Beteiligung wird auch in diesem Punkt mit den Füßen getreten.
Wir lehnen unverändert das Anbringen der „Roten Fahne“ auf dem Obelisken und somit auf dem Gebiet der Stadt SHS ab, da wir die „Rote Fahne“ – egal in welcher Form – als Symbol für ein unmenschliches totalitäres System ansehen. Auch die geplante „Umrundung“ des Obelisken mit orthodoxen Kreuzen kann dies nicht abmildern.
Für uns bleibt der Friedhof ein Ort des Gedenkens, der Mahnung und des Innehaltens.
Politische Symbole der Unterdrückung, des Terrors und der Unmenschlichkeit haben auf dem Friedhof nichts zu suchen.
Manche mögen über unsere Einstellung den Kopf schütteln, aber es gibt sehr viele Menschen, die uns in dieser Frage den Rücken stärken. Denn für diese Menschen und die CDU ist der Widerstand gegen die Rote Fahne und andere Symbole unmenschlicher totalitärer Systeme eine elementare Position im Kontext zu unserem christlichen Werteverständnis.
Nun scheint es zu kommen, wie zu befürchten war. Die Rote Fahne wird auf dem Soldatenfriedhof gehisst.
Selbstverständlich werden wir auch zukünftig der Opfer gedenken, aber auf dem Soldatenfriedhof werden wir uns wohl zukünftig neue Wege suchen müssen.
Klaus Dirks
Vorsitzender
CDU Stadtverband Schloß Holte- Stukenbrock