Rote Fahne auf dem Soldatenfriedhof in Stukenbrock??
Gegen diese Pläne gibt es in der örtlichen Bevölkerung massive Widerstände. Der Abbau eines christlichen Symbols und dessen Ersatz durch eine rote Fahne ausgerechnet auf einem Friedhof erscheint den meisten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort als nicht hinnehmbar.
Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der stalinistischen Gräueltaten. Ferner stößt vielen Bürgerinnen und Bürgern unangenehm auf, dass die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und der Kreis Gütersloh nicht an der Kompromissfindung beteiligt worden ist, obwohl der Ehrenfriedhof auf ihrem Gebiet liegt.
Diese fehlende Beteiligung der gewählten örtlichen Vertreter mag juristisch nicht angreifbar sein, ist aber der Akzeptanz der Entscheidung in der örtlichen Bevölkerung nicht dienlich.
Insbesondere Vertreter des „Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock“, die zu einem Großteil nicht aus der Region kommen, betonen gerne, dass die örtliche Bevölkerung dazu angehalten werden solle, der damaligen Verbrechen zu gedenken.
Dies tun auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, indem sie sich beispielsweise im Förderverein „Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne e.V.“ engagieren, der die Dokumentationsstätte im ehemaligen Kriegsgefangenenlager betreibt.
Deren Leiter, Herr Oliver Nickel betont, dass für viele Besucher, sowohl aus der örtlichen Bevölkerung als auch Überlebende und Angehörige der Opfer des Lagers, die rote Fahne ein Symbol für das menschenverachtende Stalin-Regime darstellt.
Nach seiner Einschätzung wird es für viele dieser Menschen nur schwer zu ertragen sein, dass ihre Toten wieder vor der roten Fahne begraben sind.
Das gilt insbesondere für die Soldaten aus Staaten, die heute nicht Teil der Russischen Föderation sind und die ihre nationale Unterdrückung durch die Sowjetunion überwunden haben.
Dazu liegen z.B. Schreiben des estnischen Präsidenten Ilves und des lettischen Ministerpräsidenten Dombrovskis vor.
Nach jüngsten Informationen von Bürgerinnen und Bürgern aus Schloß Holte-Stukenbrock, soll bereits Anfang November die Rote Fahne auf dem Obelisken angebracht werden. Angeblich geschehe dies „auf Druck aus Moskau“.
Wird nun gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung und eines Großteils der Angehörigen der Kriegstoten die rote Fahne auf dem Obelisken errichtet, so steht zu befürchten, dass weite Teile der Bürgerinnen und Bürger sich künftig weigern werden, den Ehrenfriedhof zu betreten und dort der Toten und der Gräueltaten dort vor Ort zu gedenken.
Dies wäre auch im Sinne einer gelebten Erinnerungskultur sehr bedauerlich.
Wir werden uns gegen das Hissen der Roten Fahne wehren und schnellstmögliche Aufklärung über unseren Landtagsabgeordneten Andre Kuper bei der Landesregierung einfordern.