Presserklärung der CDU zum Thema Schulentwicklungsplanung
Es ist bekannt, dass die CDU das sehr gut funktionierende Schulsystem in SHS mit Grundschulen, Hauptschule, Realschule und Gymnasium so lange erhalten möchte, wie die Eltern und SchülerInnen dieses Angebot annehmen.
Leider zeigen die im letzten Schulausschuss und im Arbeitskreis vorgestellten Zahlen des Beratungsunternehmens Dr. Garbe und Lexis, dass zumindest die Hauptschule aufgrund der zurückgehenden Anmeldezahlen max. noch 2 Jahre zu halten ist.
Gezeigt hat das Gutachten zudem, dass neben dem Gymnasium nur eine Sekundar- oder eine Gesamtschule zukünftsfähig erscheint. Die Realschule könnte in Kombination mit einer Sekundarschule oder Gesamtschule zumindest zweizügig bei einem dann eher eingeschränkten Differenzierungsangebot weiterlaufen.
Das Fazit aus dem Zahlenwerk ist nicht nur für die CDU ernüchternd, da durch das geänderte Anmeldeverhalten der Eltern auf jeden Fall eine sehr gute Hauptschule und möglicherweise auch die Realschule als Schulangebote in SHS wegfallen werden.
Nur – die Zahlen sprechen für sich und bieten keine anderen Interpretationsmöglichkeiten!
Der Politik verbleiben somit nur 2 Alternativen:
Ø Sekundarschule und Gymnasium
oder
Ø Gymnasium mit Gesamtschule
jeweils mit der Chance, die Realschule zu erhalten.
Auf Sicht von 10 – 15 Jahren wird sich jedoch aufgrund des demografischen Wandels vielerorts ein Überangebot an Schulen einstellen, was erneut zu neuen Organisationsformen führen dürfte, möglicherweise dann mit dem Zwang zu Kooperationen mit Nachbarkommunen.
Insofern macht es aus Sicht der CDU durchaus Sinn, schon jetzt die nächsten absehbaren Entwicklung in die Überlegungen mit einzubeziehen und auch über die von der Verwaltung am 10.04.2013 im Arbeitskreis vorgestellte 3. Alternative ernsthaft nachzudenken.
Diese könnte wie folgt aussehen:
Ø Gründung einer gemeinsamen Gesamtschule mit der Stadt Verl, wobei Verl die Jahrgangsstufen Klassen 5 – 13 und SHS die Jahrgangsstufen 5 – 10 anbietet
Ø In SHS verbleibt eine Realschule als gemeinsames Angebot für Verl und SHS mit einer rechnerischen mindestens Dreizügigkeit
Ø Das Gymnasium bleibt in der bisherigen Form bestehen
Aus Sicht der CDU bietet diese 3. Alternative folgende Vorteile:
Ø zumindest in Verl und SHS wird es in 10 bis 15 Jahren kein Überangebot an weiterführenden Schulen geben
Ø keine Konkurrenzsituation durch Gründungen von neuen Schulen in jeder Kommune wie nicht nur im Kreis Gütersloh festzustellen
Ø die immer wieder für die kommunale Seite geforderte Kooperation findet auch im Bereich Schule statt
Ø ein im Vergleich zu einem für eine neue Schulform notwendigen Schulneubau vergleichsweise überschaubarer investiver Aufwand
Ø bis auf die Hauptschule werden SchülerInnen und Eltern zumindest bis zur 10. Klasse alle Schulformen vor Ort angeboten
Ø SchülerInnen der Gesamtschule und der Realschule könnten nach dem 10. Schuljahr das Angebot vor Ort in SHS oder in Verl annehmen
Natürlich bedarf es bei dieser Alternative noch einer erheblichen Grundlagenerarbeitung, wie z.B. Abstimmung mit der Bezirksregierung und Überlegungen zur Verbesserung des ÖPNV von und in Richtung Verl. Die Stadtverwaltung wird hierzu von der Politik einen entsprechenden Arbeitsauftrag erhalten.
Die Stadt Verl, mit deren Vertretern diese 3. Alternative vorbesprochen wurde, kann sich hiermit gut anfreunden, zumal die BürgerInnen aus Verl das Auslaufen der eigenen Realschule und somit das Fehlen eines adäquaten Angebotes vor Ort sehr bedauern.
Eine Umsetzung kann dann bereits schon für das kommende Schuljahr erfolgen.
Also – diese Alternative bieten aus Sicht der CDU beiden Kommunen Vorteile und verdient ernsthaft weiterverfolgt zu werden.
Klaus Dirks
Vorsitzender
CDU Stadtverband Schloß Holte-Stukenbrock